Von Hand düngen, mit Kastenstreuer oder Streuwagen – der große Vergleich

Wie soll Dünger am Besten ausgebracht werden, damit eine gleichmäßige Verteilung garantiert werden kann? Hierfür bieten sich verschiedene Methoden an: die klassische Variante der Verteilung des Düngers mit der Hand oder mit Hilfe von Geräten. Die gängigsten Geräte sind Kastenstreuer, Hand-Tellerstreuer oder Tellerstreuer-Wagen (Schleuderteller-Wagen).

Ausbringen des Düngers per Hand

Die Aufbringung von Dünger per Hand ist sehr kostengünstig – jedoch nicht wirklich effektiv. Bei dieser Methode ist Geschick und Übung Voraussetzung für ein gutes Dünge-Ergebnis. Nur wenige Landwirte, Gärtner und Greenkeeper beherrschen diese Technik heute noch.

Bei der Ausbringung mit der Hand kann das Düngemittel nur sehr schwer dosiert werden. An vielen Stellen des Rasens kann es so zu einer deutlichen Überdüngung und somit zu Verbrennungen kommen. Andere Bereiche werden im Gegensatz dazu nicht oder unzureichend von Düngemittel abgedeckt.

Diese Möglichkeit der Ausbringung eignet sich daher maximal für sehr kleine Fläche oder für Geübte.

Verteilen des Düngers mit einem Kastenstreuer

Weit verbreitet ist die Ausbringung des Rasendüngers mit dem Kastenstreuer. Das Düngemittel wird in den entsprechenden Behälter gefüllt und anschließend in gleichmäßigen Bahnen auf dem Rasen ausgebracht. Diese Möglichkeit lässt sich etwa mit dem Mähen des Rasens vergleichen, wo ebenfalls gleichmäßige Bahnen gezogen werden. 

Bei Düngern mit einer geringen spezifischen Dichte, wie etwa relativ feinem Granulat, rieselt feines Streu sehr schnell und in Kurven oft unkontrolliert aus dem Kasten. Eine Verbrennung des Rasens durch Überdüngung an diesen Stellen ist dann meist nicht mehr zu umgehen.

Die Ausbringung mit einem Kastenstreuer erfordert grundsätzlich sehr akkurates Arbeiten. Bei den Bahnen die gefahren werden müssen, darf es zu keinen Überschneidungen oder zu Lücken zwischen den einzelnen Bahnen kommen. Oftmals sehen die Rasenflächen nach der Düngung sehr gescheckt aus. Vor allem in den Kurvenbereichen lassen sich die Bahnen selten genau einhalten, sodass es in den Innenkurven zu einer Überdüngung und in den Außenbereichen zu einer zu geringen Düngung der Fläche kommen kann. Auch ist die Einstellung der Dosierung am Streuer mehr Herausforderung als Hilfe und nur für sehr geübte Hobbygärtner nutzbar.

Kastenstreuer eignen sich lediglich für leicht zugängliche Flächen, die nach Möglichkeit quadratisch sind und von keinerlei Zwischenbewuchs, wie etwa Bäumen, Sträuchern oder Beeten gestört werden.

Die Verteilung des Rasendüngers mit Hilfe eines Hand Tellerstreuers

Hand-Tellerstreuer sind bereits für rund € 40 zu haben und lohnen sich damit schon für kleinere Rasenflächen. Grundsätzlich werden die Geräte in zwei Typen unterschieden: Die manuell per Hand betriebenen Geräte und die elektrischen, die mit einem Akku betriebenen werden. 

Ein Nachteil bei dieser Variante ist die recht komplexe Dosierung. Hier bedarf es Fingerspitzengefühl, um die richtige Einstellung für den jeweiligen Düngertyp zu finden. Auf Grund der geringen Größe, welche sich ja für den Handgebrauch eignen soll, ist häufiges Nachfüllen des Düngemittels notwendig und zwischen den Arbeitsgängen durchaus lästig. Bei entsprechend dicker Körnung des Düngemittels kann die Arbeit mit dem manuell betriebenen Hand-Tellerstreuer daher schnell anstrengend werden. Es kommt immer wieder vor, dass beim Halten des Gerätes und gleichzeitigen Kurbeln die Mechanik verhakt und dadurch die Gleichmäßigkeit des Ausstreuens massiv beeinträchtigt wird. Die Folgen sind ebenfalls Über- oder Unterdüngung mit einer späteren unschönen Optik. Hinzu kommt, dass der verwendete Dünger in der Regel trocken ist, wodurch es bei dieser Methode zu einer starken Staubbildung kommen kann. Durch die Haltung der Geräte in der Körpermitte kommt es unweigerlich zum Einatmen von Dünger-Stäuben. Kommt noch Wind dazu, ist es nahezu unmöglich, während der Anwendung das Einatmen zu verhindern. Wie und in welcher Weise Düngerstaub schädlich für den Menschen ist, hängt vom Düngertyp ab.

Neben der Beeinträchtigung für den Anwender, wird der Staub – der die wichtigen Mikronährstoffe enthält – auch meist weit abgetragen, so dass die Nährstoffe nicht gleichmäßig dort ankommen wo sie nützlich sind. Dies wiederum macht die Arbeit auf größeren Flächen (ab ca. 100 qm) prinzipienbedingt schwieriger.

Somit ist ein Hand-Tellerstreuer vor allem für kleinere Rasenflächen bis max. 100 qm geeignet.

Wenn es denn ein Hand-Tellerstreuer sein soll, empfehlen wir die Variante mit Akku und elektrischem Antrieb. Die Anstrengung bei der Ausbringung wird reduziert, was die Gleichmäßigkeit bei der Verteilung fördert.

Die Nutzung eines Tellerstreuer-Wagens zum Ausbringen von Rasendünger nach dem Animatio-Prinzip

Für größere Rasenflächen, die gleichmäßig gedüngt werden sollen, empfiehlt sich die Nutzung eines Tellerstreuer-Wagens. Solide Geräte sind bereits um € 40 im Handel zu haben und sind daher preislich nahezu mit den Varianten Hand-Tellerstreuer und Kastenstreuer identisch.

Die Bedienung des Tellerstreuers ist sehr simpel. Füllen Sie herfür einfach das Granulat ein, stellen Sie die korrekte Dichte des Granulats ein und schon kann die Arbeit beginnen. Hierbei empfiehlt es sich bei der Einstellung des Streuers auf 30 bis 40% der benötigten Fläche zu gehen. Dadurch kann gefahrlos die zu düngende Fläche ca. 3 mal überfahren und gedüngt werden.

Beispiel: Man beginnt mit der längsten Seite, dreht am Ende und fährt leicht versetzt an der alten Spur zurück (ruhig überlappend düngen) und dreht dort wieder, usw. Am Ende wird dann über Kreuz das Gleiche erfolgen. Dies wiederum ermöglicht ein gleichmäßiges und flüssiges Ausbringen des Düngers. Hier kommt das Animatio-Prinzip nun zum Tragen: Mit kleiner Öffnung die Fläche abstreuen und wenig Dünger aufbringen, das aber mehrmals, bis alles gut verteilt ist.

Hierbei ist es auch nicht unbedingt wichtig – wie etwa bei einem Kastenstreuer – dass die Fläche quadratisch und ohne Hindernisse ist. Auch Kurven und eher verwinkelte Flächen lassen sich mit einem Tellerstreuer-Wagen ohne Probleme düngen. Dank einer besseren Erkennung der Fahrspur haben Sie zusätzlich eine bessere Übersicht darüber wo bereits gedüngt wurde und wo Sie noch nicht waren. Dies macht es unwahrscheinlich, dass einzelne Flächen überdüngt werden bzw. Lücken in der Rasenfläche entstehen, die keinerlei Düngemittel abbekommen haben.

Düngetipps zum Abschluss

Der folgende Tipp gilt ausschließlich für Animatio-Dünger: Sie können aktuell jeden Animatio-Dünger zu jeder Zeit ausbringen. Egal ob es sehr heiß ist, der Rasen nass oder feucht, egal ob es regnet oder nicht. Die Animatio-Dünger verbrennen bei richtiger Vorgehensweise niemals den Rasen. Sie können sogar danach in Urlaub fahren und i.d.R. wird der Rasen danach bereits grüner sein. Klug ist es auch, den nächsten Regen abzuwarten, um den Dünger natürlich einzuschwemmen. Eine Alternative zu Regen bietet natürlich auch das Einwässern des Rasens. Denn nur durch ausreichend Wasser werden die Wirkstoffe wirklich und zügig aktiviert und kommen der Rasenfläche zu Gute.

Des Weiteren empfiehlt es sich, den Rasen vor der Düngung zu mähen und erst danach den Rasendünger auszubringen. So kann der Rasen die neuen Nährstoffe nach der Düngung nutzen und in sein neues Wachstum integrieren. Auch sollten Sie darauf achten, dass die Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht sowie an den darauffolgenden Tagen möglichst gering ist. Zu große Schwankungen verursachen Stress für den Rasen und dieser kann nicht in der gewünschten Art und Weise nachwachsen.

Noch gut zu wissen! Sollte eine lange Regenphase anstehen, warten Sie mit der Düngung noch eine Weile. Das Bodenleben kann durch die hohen Wassermengen keine Wirkstoffe aufnehmen und umwandeln. Somit wird der Rasen keinen Nutzen davon haben und Sie sparen sich das Geld. Das gilt im Übrigen grundsätzlich für jeden Dünger. 

Stickstofflastige Dünger (Der N-Anteil ist deutlich höher als der K-Anteil (siehe N-P-K Angaben auf den Etiketten), sollten anfangs des Frühlings auch erst nach Abklingen der Nachtfröste erfolgen. Somit können pilzliche Infektionen deutlich reduziert werden; die meisten Infektionen hinterlassen jedoch kaum schwerwiegenden Schäden.